Christina Ploner steht Frage und Antwort. Interview aus der Zeischrift "Der Brixner"

Frau Ploner, Herzlichen Glückwunsch zur Teilnahme an den Paralympics in Peking.Seit wann spielen Sie professionell Tischtennis und warum?


Im Alter von 17 Jahren kam ich in einem Rehabilitationszentrum in Österreich zum Behindertensport. Mit TT fing ich zum Spaß an, die Leichtathletik war dann schon etwas Ernsteres. Als ich begriff wie viel mir der Leistungssport an Energie nahm u. gleichzeitig das Doppelte zurück gab, war für mich klar dass mein Leben ohne Sport undenkbar war und ist. Es ist eine große Freude für mich auf diesem Niveau TT spielen zu können und zu dürfen. Professionell TT spiele ich seit 10 Jahren, vorher konnte man es wohl Freizeitbeschäftigung nennen, denn da konnte ich noch 8 Stunden arbeiten und trotzdem trainieren. Heute wäre das nicht mehr durchführbar, denn allein schon die vielen Turniere lassen es fast nicht zu einer Arbeit nachzugehen.


Welche Emotionen haben Sie in Peking erlebt? Wie ist es Ihnen bei den Spielen ergangen, sportlich und persönlich?


Es ist mir fast nicht möglich die Emotionen zu beschreiben die ich beim Einzug in das Olympiastadion bei der Eröffnungsfeier hatte. Kaum vorstellbar, 100.000 Menschen die dir zujubeln! Fantastisch ! Es waren meine 5° paralympischen Spiele und die Schönsten. Dass ich die Qualifikation geschafft habe ist und war für mich schon eine Medaille. Ich war in den ganzen 18 Tagen in einem Flying Status.


Spielerisch habe ich mir nichts vorzuwerfen, ich habe gut trainiert war mental stark (werde unterstützt durch einen Mentaltrainer)


Leider konnte ich nur mit einem gewonnenen Spiel gegen die Französin Stephanie Mariage brillieren, was für einen Aufstieg in das Halbfinale zu wenig war. Das Spiel gegen Bakhtiary Farough hatte ich sicher gerne gewonnen, war jedoch nicht in der Lage das Spiel umzudrehen, denn der Aufstieg in das Halbfinale war am Tag vorher bereits ausgeschlossen durch die 0:3 Niederlage gegen die Slowakin Alena Kanova, (Nr. 2 der Welt und Vizeparalympicchampion 2008).


Wie sieht Ihre sportliche Zukunft aus und was geben Sie einem jungen Sportler mit?


Das ist eine gute Frage: bevor ich nach Peking abgereist bin, war ich voller Ideen und Vorsätze, wollte der Jugend das vermitteln was ich in all den Jahren durch ein Ziel vor Augen an Freude erleben durfte und wie hervorragend es in jeder Hinsicht ist das erreicht zu haben für das man hart gearbeitet hat. Es ist durch nichts Anderem zu übertreffen und nun bin ich hier und kann es nur mit meinen Freunden und Familienangehörigen teilen, denn ich wurde weder von meinem Verein verstanden noch von der Gemeinde persönlich willkommengeheißen. DAS TUT WEH. … ….das ist meine ehrliche Antwort; für die Leser ist es sicher besser wenn ich sage (schreibe) das meine sportliche Zukunft wie folgt aussieht: Ich werde weiterhin TT spielen, zwar nicht mehr auf diesem Niveau jedoch die Mannschaftsmeisterschaft in Österreich, wo ich für den Rollstuhlclub Tirol in der B Liga spiele sowie als Aushilfe in der prov.le Mannschaftsmeisterschaft der Serie D1 wo ich den ASV Milland zur Verfügung stehe. Einem jungen Sportler möchte ich auf jeden Fall mitgeben, dass man mit den Glauben an sich selber und einem Ziel vor den Augen, mit Disziplin, Respekt und harter Arbeit dort ankommt was das Ziel eines jeden Sportlers sein sollte, nämlich die Teilnahme an einer Olympiade.